„Wir haben versucht, ihn selbst zu retten, aber es hat nicht geklappt“, „Er war schon geklebt, aber man sieht ein Leck“, „Der Riss ist an derselben Stelle wieder aufgegangen“ – viele Kunden kommen erst nach einem ersten, misslungenen Versuch zu uns. Die gute Nachricht: Ein solcher Tank lässt sich fast immer noch dauerhaft reparieren. Die weniger gute: Der Arbeitsaufwand ist meist größer als bei einem frischen Riss.
Warum die vorherige Reparatur nicht gehalten hat
Kraftstofftanks und Spritzentanks bestehen aus Polyethylen, seltener aus Polypropylen. Diese Kunststoffe sind chemisch träge – sie verbinden sich auf molekularer Ebene weder mit Klebern noch mit Harzen. Kleber hält nur an der Oberfläche und nur an unbeweglichen Teilen. Unter Kraftstoffdruck, Maschinenvibration und Temperaturwechseln löst sich der Flicken.
Beim Heimwerker-Schweißen mit Lötkolben oder Heißluftföhn ist es ähnlich: Der Kunststoff verbindet sich nur oben, im Inneren bleiben nicht durchgeschmolzene Stellen, und überhitzter Kunststoff wird spröde. Flüssigdünger oder Pflanzenschutzmittel können den Kleber zudem von innen auflösen.
Was wir tun müssen, bevor wir schweißen
Extrusionsschweißen braucht sauberen, gesunden Kunststoff. Deshalb gilt bei einem Tank mit früherer Reparatur:
- wir entfernen Kleber, Harz, Silikon, Glasfasermatte und Klebebänder bis auf das saubere Material,
- wir schneiden verbrannte oder geschwächte Bereiche bis zum unbeschädigten Kunststoff heraus,
- bei Bedarf bauen wir das herausgeschnittene Stück der Wand oder Ecke neu auf,
- erst dann schweißen wir beidseitig und verstärken die Stelle.
Am schlimmsten ist Silikon – es dringt in die Poren des Kunststoffs ein und muss besonders gründlich entfernt werden. Deshalb raten wir bei einem Riss, nichts „vorübergehend“ zu kleben.
Wird es dadurch teurer?
Meistens ja – ein früherer Reparaturversuch ist der häufigste Grund für einen höheren Preis. Statt einer einzelnen Naht reinigen und verstärken wir einen größeren Bereich, und das Entfernen von Kleber oder Harz kostet zusätzliche Arbeitszeit. Trotzdem ist es in den meisten Fällen noch immer günstiger und schneller als ein neuer Tank für Traktor oder Mähdrescher.
Gut zu wissen: Jeder weitere Heimwerker-Versuch vergrößert die Fläche, die später gereinigt oder herausgeschnitten werden muss. Am wenigsten Arbeit – und den niedrigsten Preis – gibt es, wenn Sie uns nach dem ersten misslungenen Kleben gleich Fotos schicken, statt eine weitere Schicht aufzutragen.
Ein Beispiel aus unserer Galerie
Einer der auf unserer Website beschriebenen Tanks kam nach einem misslungenen früheren Reparaturversuch zu uns. Wir haben alle Mängel beseitigt, den beschädigten Teil des Tanks herausgeschnitten und neu aufgebaut. Auf die Schweißnaht haben wir 25 Jahre Garantie gegeben – genau wie bei jeder anderen Reparatur.
Was Sie nicht tun sollten, wenn der Tank wieder leckt
- Keine weitere Schicht Kleber oder Harz auf den alten Flicken auftragen.
- Die Stelle nicht mit Heißluftföhn oder Lötkolben erhitzen.
- Den Kraftstoffstand unter das Leck senken.
- Fotos machen – aus der Nähe und aus der Entfernung – und dazuschreiben, womit geklebt wurde.
Wir prüfen den ganzen Tank, nicht nur den Flicken
Bei einem Tank, der schon einmal repariert wurde, sehen wir uns nicht nur die undichte Stelle an. Ein Tank reißt meist an den für das Modell typischen Stellen, und oft entstehen neben dem ersten Riss weitere Haarrisse. Sind sie zu sehen, sagen wir das beim Kostenvoranschlag und schlagen eine Verstärkung vor, damit wir nicht in der nächsten Saison wieder an dieselbe Maschine müssen.
Häufige Fragen
Kann man einen Tank schweißen, der vorher geklebt wurde?
Ja. Kleber oder Harz entfernen wir bis auf den sauberen Kunststoff, geschwächte Stellen schneiden wir heraus, und erst dann schweißen wir im Extrusionsverfahren mit beidseitiger Naht. Die Garantie auf die Schweißnaht ist dieselbe – 25 Jahre.
Lässt sich ein Tank nach einem misslungenen Schweißversuch mit dem Lötkolben noch reparieren?
In den meisten Fällen ja. Verbrannten Kunststoff schneiden wir bis zum gesunden Material heraus und bauen die Wand neu auf. Der Aufwand ist größer als bei einem frischen Riss, aber das Ergebnis hält genauso.
Warum hält Kleber nicht an einem Kraftstofftank?
Weil Polyethylen chemisch träge ist und sich weder mit Klebern noch mit Harzen verbindet. Kleber hält nur oberflächlich, und Vibration und Kraftstoffdruck reißen ihn schnell ab.
Muss ich den Kleber vor Ihrer Ankunft selbst entfernen?
Nein. Die Schweißfläche bereiten wir selbst vor – schreiben Sie uns nur, womit der Tank geklebt wurde, und tragen Sie keine weiteren Schichten auf.
Foto schicken – wir antworten konkret
Ihr Tank leckt nach einer misslungenen Reparatur wieder? Schicken Sie uns Fotos per WhatsApp oder hinterlassen Sie Ihre Nummer im Formular unten – mit dem Hinweis, womit geklebt oder geschweißt wurde. Wir beurteilen, ob der Tank zu retten ist, und nennen den Preis.